VOM WEISSEN SAFT ZUM SCHWARZEN GUMMI
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KAUTSCHUK HÄLT DIE WELT IN BEWEGUNG
70 % der weltweiten Kautschukproduktion wird in der Reifen - und Autoindustrie verwendet.
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40.000 PRODUKTE
30 % der weltweiten Kautschukproduktion dient der Herstellung von über 40.000
Produkten des industriellen persönlichen Bedarfs.
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BEEINDRUCKENDE HOLZNUTZUNG
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Während ihrer Umtriebszeit absorbieren Kautschukplantagen CO2 und wirken so dem Klima-
wandel entgegen. Nach der Fällung wird ihr wertvolles und vielseitig verwendbares Holz der
Holzindustrie zugeführt und zu zahlreichen Bau- und Holzprodukten verarbeitet.

Kautschukindustrie

Kautschuk: der Schlüssel unserer Mobilität

 

Um Mobilität sicherzustellen, werden derzeit pro Jahr rund 29 Millionen Tonnen Kautschuk verarbeitet. Davon entfallen rund 15 Millionen auf synthetischen und 14 Millionen auf Naturkautschuk.

Da die Anforderungen an Kautschukprodukte stetig erhöht werden, es aber nicht möglich ist, Kautschuk in der geforderten Qualität synthetisch herzustellen, wächst der Anteil von Naturkautschuk kontinuierlich, denn kein anderes Produkt ist so zäh und gleichzeitig so elastisch wie dieser natürliche Rohstoff. Sind es in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts erst 29 Prozent gewesen, beträgt der Anteil von Naturkautschuk am Gesamtverbrauch heute bereits über 48 Prozent.

Allein um ein Auto mit Reifen zu bestücken, wird der jährliche Naturkautschukertrag von bis zu fünf Kautschukbäumen benötigt. Um den aktuellen weltweiten Naturkautschukbedarf decken zu können, wird auf einer Fläche so groß wie die Niederlande jeden Tag von über 2,6 Milliarden Bäumen Naturkautschuk gewonnen.

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Nachfrage nach Naturkautschuk bis 2024 auf über 16 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Um diese Nachfrage befriedigen zu können, werden neue Kautschukplantagen mit einer Gesamtfläche von bis zu 2 Millionen Hektar mit über 800 Millionen Kautschukbäumen benötigt.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) ist daher enorm. Er zählt zu den wichtigsten nachwachsenden Rohstofflieferanten überhaupt.

Naturkautschuk, der aus dem Milchsaft (Latex) des Kautschukbaumes gewonnen wird, ist der zentrale Werkstoff, um Gummi herzustellen. Darüber hinaus liefert der Kautschukbaum Holz von hervorragender Qualität, das zu Möbeln und vielen weiteren Holzprodukten verarbeitet wird.

Um die hohe und stetig weiter steigende Nachfrage zu decken, wird der Kautschukbaum inzwischen vorwiegend auf Plantagen kultiviert. Optimierte Umtriebszeiten von rund 15 Jahren sorgen dafür, dass neben der täglichen Latexproduktion regelmäßig hohe Holzerträge anfallen.

Wirtschaftlich erfolgreiche Kautschukplantagen setzen ein subtropisch bis tropisches Klima voraus, das nur im sogenannten Kautschukgürtel zwischen 15º nördliche Breite und 15º südliche Breite anzutreffen ist. Zu den wichtigsten Anbauregionen des Kautschukbaumes gehören heute Südostasien, Lateinamerika, China und Westafrika. Er stammt ursprünglich aus den südamerikanischen Regenwäldern und zählt zu den Hartholzarten.

Die große Nachfrage nach Naturkautschuk führt dazu, dass sich die Agrar- und Forstwissenschaft schon seit Jahrzehnten intensiv mit dem Kautschukbaum auseinandersetzt, um sowohl den Latex- als auch den Holzertrag zu optimieren. In Südostasien, von wo über 70 Prozent des weltweiten Latex kommt, sind durch Züchten, Kreuzen und Klonen Kautschukbaumarten entwickelt worden, die sich durch schnelles Wachstum, überdurchschnittliche Latexproduktion und hohes Holzvolumen, Strapazier- und Widerstandsfähigkeit auszeichnen. Neuere Plantagen, die mit diesen Kautschukarten kultiviert werden, produzieren bereits nach fünf bis sechs Jahren jährlich bis zu 4.000 Kilogramm Latex pro Hektar.

Latex ist der Milchsaft, den der Kautschukbaum absondert, wenn er fachgerecht angeritzt wird. Der Latexsaft fließt im Splintholzbereich des Stamms unmittelbar unter der Baumrinde in Kapillaren, in denen auch Wasser und gelöste Nährstoffe zirkulieren.

Wenn der herausfließende Latexsaft nicht innerhalb von rund zwei Stunden mit Ammoniak versetzt wird, gerinnt er im Auffangbecher zu einem Kautschukklumpen, auch Cup-Lump genannt. Diese Gerinnung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Für zahlreiche Verwendungszwecke ist der Cup-Lump-Kautschuk das ideale Ausgangsmaterial, zum Beispiel für die Herstellung von TSR-Standardprodukten, die insbesondere von der Reifenindustrie nachgefragt werden. Für die Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, etwa Hygienehandschuhen, die im Gesundheitswesen oder in der Gastronomie zum Einsatz kommen, wird der heraustretende Latexsaft mittels Zugabe von Ammoniak flüssig gehalten und später auch flüssig verkauft. Grund: Gummihandschuhe, Kondome und viele ähnliche Produkte werden im sogenannten Tauchverfahren hergestellt. Dabei werden Tauchformen für eine bestimmte Zeit in flüssige Latexmischungen eingetaucht.