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KAUTSCHUK HÄLT DIE WELT IN BEWEGUNG
70 % der weltweiten Kautschukproduktion wird in der Reifen - und Autoindustrie verwendet.
VOM WEISSEN SAFT ZUM SCHWARZEN GUMMI
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40.000 PRODUKTE
30 % der weltweiten Kautschukproduktion dient der Herstellung von über 40.000
Produkten des industriellen persönlichen Bedarfs.
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BEEINDRUCKENDE HOLZNUTZUNG
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Während ihrer Umtriebszeit absorbieren Kautschukplantagen CO2 und wirken so dem Klima-
wandel entgegen. Nach der Fällung wird ihr wertvolles und vielseitig verwendbares Holz der
Holzindustrie zugeführt und zu zahlreichen Bau- und Holzprodukten verarbeitet.

Kautschukpreis & Kautschukmarkt

2017

Die hohen Kautschukpreise zum Jahresanfang, die teilweise auf über 2.80 USD gestiegen waren, konnten in der abgelaufenen Berichtsperiode nicht gehalten werden und pendelten in den vergangenen Wochen zwischen 2.25 und 2.45 USD. Die Fragezeichen hinter dem weltwirtschaftlichen Klima haben vor allem die Spekulanten aus den Kautschukmärkten vertrieben. Deren Liquidierung von Positionen hat den Druck auf den Kautschukpreis verstärkt. Mit der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen französischen Staatsoberhaupt, welche auf breiter Front als positives Zeichen für die künftige wirtschaftliche Entwicklung von Europa betrachtet wird, dürfte eine neuerliche Zuversicht in die Märkte zurückkehren. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die massgebenden Faktoren im Kautschukhandel, die effektiven globalen Marktentwicklungen sind, also Verkaufs- und Verbrauchszahlen z.B. von Fahrzeugen, Reifen u.v.m. Diesbezüglich ist einmal mehr ein Blick auf China, den größten Kautschukverbraucher, ratsam. Dort steigt einerseits der Verbrauch,andererseits füllen sich trotzdem die Kautschuklager. Der Grund dafür sind gute Ernten und eine wachsende Anbaufläche im eigenen Land. Nichtsdestotrotz, die ANRPC, die Organisation der Naturkautschuk produzierenden Ländern, deren Mitglieder über 80 % der weltweiten Produktion erzeugen, geht bereits für das Jahr 2017 von einer deutlichen Unterversorgung aus. Die Organisation wies jedoch darauf hin, dass eine Konsolidierung des Kautschukpreises über 2.50 USD noch einige Monate Zeit benötigen wird. Alles in allem sind das keine schlechten Nachrichten. Sie widerspiegeln, trotz des aktuellen Drucks auf den Kautschukpreis, die tendenziell positive Stimmung an den Kautschukmärkten.

Soll man sich nun freuen, dass sich der Aufwärtstrend der Kautschukpreise weiter fortgesetzt hat oder darüber ärgern, dass die großen Reifenhersteller die Preise für Autoreifen erhöhen, weil die Kautschukpreise gestiegen sind? Die Freude im Kreise unserer Leser über die gute Entwicklung der Kautschukpreise dürfte überwiegen. Welcher Produzent oder Investor sieht es schon nicht gerne, wenn sich seine Produkte einer starken und stabilen Nachfrage erfreuen und sich seine Investitionen lohnen? Die höheren Reifenpreise sind tatsächlich ein starkes Signal und deuten darauf hin, dass die Reifenbranche klar davon ausgeht, dass sich der Preistrend für Naturkautschuk definitiv gewendet hat, weil die globale Nachfrage das Angebot längerfristig übersteigt. Mehr als verhaltener Optimismus ist dennoch nicht angesagt, denn gewisse Faktoren, welche die Kautschukpreis-Rallye beeinflussten, dürften sich demnächst abschwächen oder gar verschwinden. Vor allem die seit Dezember anhaltende Wettermisere in Südostasien mit außergewöhnlich starken Regenfällen und heftigen Überschwemmungen, welche das Ernten vielerorts wochenlang unmöglich machten, haben das Angebot deutlich verknappt. Allerdings dürften die rund 55 %, um welche die Kautschukpreise in den letzten sechs Monaten gestiegen sind, nicht so schnell “verpuffen”, sondern eher weiter zulegen. Zum einen stehen in den nächsten Wochen die Winteringphasen in den größten Kautschukanbaugebieten an, welche das Angebot erfahrungsgemäß stark verknappen, und zum anderen deuten die neuesten chinesischen Wirtschaftsdaten erneut auf ein starkes Wachstum des dortigen Automobilsektors hin. Generell ist an den Märkten festzustellen, dass die globale Wirtschaftsentwicklung wieder etwas positiver beurteilt wird und vorläufig auch die Hoffnung mitschwingt, dass US-Präsident Trump Anreize für die amerikanische Wirtschaft schaffen wird, die zu einem höheren Wachstum des US-Marktes führen könnten. Ob das Fake-News sind, wird sich zeigen ;-).

Die Kautschukpreise haben ihre positive Entwicklung über das Jahresende hinaus fortgesetzt und notieren zwischenzeitlich, je nach Qualität, in einer Bandbreite von 1,90 USD bis 2.20 USD. An der Commodity Börse in Tokio (TOCOM) stieg der Kautschukpreis innerhalb des letzten Monats um weitere 13,43 % und innerhalb des letzten Jahres sogar um mehr als 85 %. Auch wenn das grundsätzlich eindrückliche Entwicklungen nach oben sind, sprechen die meisten Experten zwar noch nicht von einer nachhaltigen Trendumkehr, haben jedoch ihre Einschätzung des Preisverlaufs von negativ auf stabil bis positiv geändert. Die Zurückhaltung ist nachvollziehbar, denn obwohl die Nachfrage angezogen hat, ist man sich über die Gründe dafür noch uneinig. Der leichte wirtschaftliche Aufschwung in den Verbrauchermärkten USA und Europa, vor allem aber auch die weiterhin starke und solide Wirtschaftsleistung in China - dem größten Kautschukverbraucher weltweit - dürften tatsächlich die Haupttreiber der positiven Entwicklung sein. In Anbetracht der steigenden Kautschukpreise ist allerdings auch einzukalkulieren, dass große Verbraucher ihre Lager mit dem immer noch günstigen Kautschuk aufstocken und mit diesen Käufen ebenfalls die Preise nach oben drücken..

2016

Obwohl sich die Kautschukpreise im abgelaufenen Berichtszeitraum insgesamt nur leicht verbesserten und sich je nach Qualität vorwiegend in einer Bandbreite von 1.60 USD - 1.80 USD bewegten, hat sich das benutzte Vokabular in den einschlägigen Marktberichten, welche dieser Zusammenfassung zugrunde liegen, stark verändert. Anstatt schwache Nachfrage, heißt es jetzt mäßige Nachfrage oder es wird von „fester“ gesprochen und auch die Begriffe „höher“ und „zulegen“ tauchen mehr und mehr auf. Der erwartete Durchbruch über die 2 Dollar-Grenze ist zwar immer noch nicht gelungen, trotzdem ist festzustellen, dass die Kautschukpreise seit ihrem Tiefststand am Jahresanfang rund 35 % - 40 % zugelegt haben. Es sind vor allem die wieder optimistischer stimmenden chinesischen Wirtschaftsdaten und der effektiv leichte tägliche Nachfrageanstieg aus dem Reich der Mitte, welche diese Entwicklung hauptsächlich ausgelöst und getragen haben. In den vergangenen Wochen kam dazu, dass in den großen Anbaugebieten in Südostasien wetterbedingt sehr schlechte Erntevoraussetzungen herrschten.

Die Kautschukpreise können sich trotz widriger wirtschaftspolitscher Umstände auf einem leicht erholten Niveau halten. Sogar an der 2.00 US$ Marke wurde im Berichtszeitraum zwei-, dreimal gekratzt, ohne dass allerdings ein Durchbruch gelang. Insbesondere der Brexit, aber auch der Putschversuch in der Türkei verunsichern die Marktteilnehmer einer derzeit ohnehin fragilen globalen Wirtschaft. Auch wenn Rohstoffpreise, wie z. B. die Kautschukpreise, vor allem von der weltweiten konjunkturellen Lage abhängig sind, reagieren sie wie die meisten anderen Werte sensibel auf politische Ereignisse, deren wirtschaftliche Folgen klar negativ eingestuft werden. Oft kommt es in solchen Zeiten an den Märkten auch zu Spekulationen und einem damit einhergehenden Auf und Ab. Hinter den aktuellen Ereignissen haben sich die fundamentalen Marktverhältnisse nicht wesentlich verändert. Die Kautschuknachfrage nimmt zwar leicht zu, aber nach wie vor bedrängen die Käufer, aufgrund immer noch hoher Lagerbestände, die Märkte kaum. Insbesondere nicht in Asien, der größten und wichtigsten Verbraucherregion. Dazu kommt, dass in vielen Regionen zwischenzeitlich die produktionsschwache Winteringphase vorbei ist und wieder mehr Kautschuk in die Märkte gelangt.

Der Kautschukpreis der Richtqualität RSS3 an der SGX (Rohstoff- und Terminbörse Singapur) hat im Berichtszeitraum um 20.71 % zugelegt und ist von *USC 334.10 auf USC 403.30 gestiegen. Die Preisentwicklung während den ersten zehn Wochen des Jahres 2012 wurde im Wesentlichen durch vier Faktoren geprägt. 1. In verschiedenen Produktionsregionen setzte die Wintering Phase ein, in welcher aufgrund der Wettersituation weniger Kautschuk geerntet wird. Dies führt jeweils zu einem Angebotsrückgang, der sich preissteigernd auswirkt. 2. Nach einem kurzfristigen Nachfragerückgang in China rund um die Feiertage des “Chinese New Year” zog die Nachfrage kontinuierlich an und stabilisierte den Kautschukpreis auf dem gegenwärtigen Niveau. 3. Die globalen wirtschaftlichen Aussichten, insbesondere auch getrübt durch die Schuldenkrise in Griechenland, lasteten in den ersten Jahreswochen recht schwer auf dem Kautschukpreis. 4. Nach Interventionen am Kautschukmarkt durch die Thailändische und Malaysische Regierung stieg der Kautschukpreis Anfang Februar um etliche Punkte. Für die darauffolgende positive Preisentwicklung auf einem Niveau von über 400 USC sind vor allem die Aufhellungen am globalen Wirtschaftshorizont sowie die vorläufige Lösung der Griechenlandkrise verantwortlich. *USC = US Dollar Cents © TIMBERFARM

Während dem Berichtszeitraum ist Bewegung in die Entwicklung der Kautschukpreise gekommen. Insgesamt schließen die Preise per Ende Mai, je nach Qualitätsstandard, zwischen 9 und 18 % höher ab als Mitte März zum Ende der letzten Berichtsperiode. Die Spitzen lagen allerdings mit über 25 % Zuwachs bei allen Kategorien deutlich höher als das jetzige Niveau. Die ausschlaggebenden Faktoren für die Veränderungen finden sich einerseits in einer tendenziellen Zuversicht, dass sich die globale wirtschaftliche Lage weiter entspannen und insbesondere Chinas Wirtschaft etwas mehr Fahrt aufnehmen könnte. Bedeutsamer dürfte jedoch gewesen sein, dass sich das Wintering in den größten Produktionsländern intensiver als in anderen Jahren gestaltete und deutlich länger wenig geerntet wurde. Gegen Ende des Berichtszeitraums hat sich die Lage vielerorts wieder normalisiert und die Erntetätigkeiten wurden hochgefahren, inklusive Erhöhung der Marktangebote und entsprechende Auswirkungen auf den Kautschukpreis. Es gilt derzeit abzuwarten, ob die erwähnte Zuversicht durch Fakten belegt wird oder andere Impulse das gegenwärtige Preisniveau stabil halten oder gar weiter nach oben bewegen können.
Um von einer Erholung oder Trendwende bei den Kautschukpreisen zu sprechen, ist es sicherlich noch zu früh. Es ist aber eine Tatsache, dass zu Beginn dieses Berichtzeitraums die Kautschukpreise je nach Qualitätsstandard einen ersten Sprung von zwischen 4 % und 12 % nach oben machten. Dies nachdem chinesische Investoren kräftig zugegriffen hatten, offenbar weil befürchtet wurde, dass die Talsohle endgültig durchschritten sei und die Kautschukpreise zur Erholung ansetzen könnten. Soweit kam es jedoch noch nicht, auch wenn sich die Preise immerhin auf einem leicht höheren Niveau stabilisieren konnten und zum Ende des Berichtszeitraums sogar nochmals zulegten. Die aktuellen Aussichten der globalen wirtschaftlichen Entwicklung, die belastenden Unruhen und Kriege in der arabischen Welt und die daraus resultierende Flüchtlingsproblematik und ihre Folgen für Europa drücken jedoch leider nach wie vor mächtig auf die Rohstoffpreise, allen voran auf das Erdöl, aber eben auch auf die Kautschukpreise. © TIMBERFARM
Rohstoffproduzenten benötigen weiterhin starke Nerven, Stehvermögen und die Fähigkeit, das Verhältnis der absehbaren künftigen Nachfrage und des dann zur Verfügung stehenden Angebotes nicht aus den Augen zu verlieren. Antizyklisches Denken und Handeln ist das Gebot der Stunde, denn zweifelsfrei steuert die weltwirtschaftliche Entwicklung in Richtung einer Phase, in der die Nachfrage, insbesondere auch nach Naturkautschuk, das Angebot deutlich übersteigen wird. Nicht bei allen, aber bei vielen Rohstoffen, allen voran Naturkautschuk, wird die Unterdeckung nachhaltig sein, denn der Aufbau neuer Kapazitäten benötigt viel Zeit. Wie lange es noch dauern wird, bis wir diese Kreuzung erreicht und durchquert haben, ist schwer vorauszusagen. Tatsache ist, dass wir sie im Berichtszeitraum weder durchquert noch gesehen haben. Die meisten Experten machen China dafür verantwortlich, auch wenn klar ist, dass das deutlich tiefere chinesische Wirtschaftswachstum viel mit dem Einbruch der chinesischen Exportwirtschaft zu tun hat, resp. mit der harzigen wirtschaftlichen Realität in den wichtigen Exportmärkten USA und Europa. Aber auch viele Rohstoff produzierende Schwellenländer, denen aufgrund der tiefen Rohstoffpreise die Erlöse wegbrechen, fallen als konsumstarke Märkte derzeit weg. Das Problem ist, dass das was für China gilt, auch für den amerikanischen oder europäischen Wirtschaftsraum zutrifft und ob China, USA oder Europa, die jeweiligen Binnenmärkte vermögen, den Exportrückgang nicht voll zu absorbieren. Das tönt nach Teufelskreis, ist aber keiner. Wir haben in der Vergangenheit schlichtweg zu viel produziert, zu viel gefördert, zu viel gebaut, etc. Und bevor es wieder vorwärts, respektive bei den Preisen aufwärts geht, muss diese allgemeine Überproduktion verbraucht und abgetragen werden. Dass dem so sein wird, ist eine Frage der Zeit - mehr nicht. © TIMBERFARM

2015

Die Kautschukpreise verharrten im Berichtszeitraum auf einem tiefen Niveau. Maßgebend ist das globale Wachstum, welches 2015 kleiner ausfällt als erwartet. Unter dem Strich vermag die anhaltende wirtschaftliche Erholung in Europa und den USA, die Abkühlung in den aufstrebenden Ländern nicht auszugleichen. Wie der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Oktober bekannt gab, schätzt er die reale Zunahme der globalen Wirtschaftsleistung für 2015 neu auf 3.1 Prozent. Dies würde dem geringsten Wachstum seit der Finanzkrise entsprechen. Das Dilemma der Kautschukindustrie sind nach wie vor die Kapazitäten, welche in den letzten wirtschaftlichen Boomjahren zwischen 2005 und 2009 geschaffen wurden. Die damals für eine schnell wachsende Weltwirtschaft gepflanzten Kautschukbäume sind zwischenzeitlich mitten im Erntealter und treffen hier auf die derzeit nur langsam wachsende Realwirtschaft. Obwohl der Kautschukverbrauch aktuell sogar stärker wächst als die Weltwirtschaft und gleichzeitig das Wachstum der Kautschukanbauflächen zurückgeht, kann die aktuelle Nachfrage, das Angebot noch nicht voll absorbieren. Klar bleibt hingegen, wohin die Reise geht. Der weltweit wachsende Kautschukbedarf wird in absehbarer Zeit nicht mehr voll gedeckt werden können und die Nachfrage wird das Angebot deutlich übertreffen. Experten gehen davon aus, dass der damit einhergehende Anstieg des Kautschukpreises dauerhaft sein wird, weil einerseits Kautschukbaumkulturen vier bis sechs Jahre benötigen, um ins Erntealter zu kommen und weil andererseits das Anlegen von neuen Kautschukplantagen aufgrund der immer knapper werdenden Landressourcen zunehmend schwieriger wird. Gespannt ist man an den Märkten derzeit auf die Auswirkungen von Chinas Abrücken von der 1-Kind-Politik. Das wird auf die Realwirtschaft kurzfristig keinen Einfluss haben, könnte aber als Impulsgeber durchaus etwas bewegen. © TIMBERFARM
Das globale Wirtschaftswachstum, welches gemäß IMF/IWF (Internationaler Währungsfonds) für 2015 rund 3.5 % betragen wird - geprägt durch ein leicht besseres als erwartetes Wachstum in den marktwirtschaftlich organisierten Industrienationen, (advanced economies, z.B. USA, Europa, Japan u.w.m.) und einem leicht schwächeren Wachstum als erwartet in den Schwellenländern (emerging economies, z.B. China, Indien, Südostasien u.w.m. - wie auch das leicht beschleunigte Wachstum des weltweiten Kautschukverbrauchs im ersten Halbjahr 2015 haben bislang nicht auf die Entwicklung des Kautschukpreises durchgeschlagen. Nach wie vor sind die Rohstoff Überkapazitäten im Vergleich zum effektiven Wirtschaftswachstum nicht im Lot und drücken auf die Preise. Am stärksten davon betroffen ist der Ölpreis. Der Druck auf den Kautschukpreis ist im Vergleich dazu bedeutend moderater. Gemäß Experten muss davon ausgegangen werden, dass der Druck auf den Ölpreis und erdöl-basierte Produkte auch längerfristig hoch bleiben wird, während dem sich nachhaltige Rohstoffe, wie z.B. Holz oder Naturkautschuk etc. in Bezug auf ihre Preisentwicklung dem stetig steigenden globalen Wirtschaftswachstum angleichen werden. © TIMBERFARM
Die im letzten Bericht geäußerte Hoffnung auf die überfällige Trendumkehr des Kautschukpreises hat sich als zu optimistisch erwiesen. Zu viele negative Ereignisse und Fakten haben die Märkte im neuen Berichtszeitraum belastet und in der Folge die Preissteigerungen der ersten Sommerhälfte wieder neutralisiert. Ein besonders großes Gewicht kommt einmal mehr dem unter den Erwartungen liegenden chinesischen Wirtschaftswachstum zu. Wobei beim genauen Hinschauen nicht nur China das Problem ist. Chinas Wachstumsschwächen, insbesondere in Bezug auf den Kautschukmarkt, betreffen vor allem auch den Rückgang der chinesischen Exporte - und wenn China weniger exportiert, hat das primär mit den Schwächen der Regionen und Länder zu tun, die weniger importieren. In dieser Berichtsperiode fällt diesbezüglich der Rückgang der chinesischen Reifenexporte in die USA stark ins Gewicht, der zusätzlich noch dadurch belastet wird, dass die USA den Import von chinesischen Reifen mit höheren Importsteuern belegen wollen. Auch das vermutlich immer noch nicht ausgestandene Griechenland Debakel und dessen unklaren Folgen für die wirtschaftliche Stabilität und Prosperität der Eurozone haben die Kautschukmärkte, wie auch die meisten anderen Rohstoffmärkte, nachhaltig belastet. Zu diesen auf die Nachfrage wirkenden Faktoren kam vor allem gegen Ende dieses Berichtszeitraums die Tatsache dazu, dass das Kautschukangebot wieder anstieg, nachdem in zahlreichen Regionen Südostasiens eine lange und harte Winteringphase zu Ende ging. © TIMBERFARM
Ist es endlich soweit? Hat sich die schon lange erwartete Trendumkehr eingefunden? Liegt die Marktbereinigung hinter uns? Gerne würde man dies bejahen, denn immerhin entwickelten sich die Kautschukpreise während der gesamten Berichtsperiode nur in in eine Richtung, nämlich nach oben. Eines ist sicher, die größten Kautschuk produzierenden Länder, allen voran Thailand und Indonesien, aber auch Indien, haben unmissverständlich kommuniziert, dass sie bereit sind alles zu unternehmen, um den zu tiefen Kautschukpreis, wieder auf ein akzeptables Niveau zurückzubringen. Diese deutliche Ansage, im Verbund mit Ankündigungen diverser großer Kautschukproduzenten ihre Kontraktprämien markant zu erhöhen, hat in den letzten Wochen bewirkt, dass vor allem im Future Bereich viel investiert worden ist, insbesondere auch von mächtigen chinesischen Fonds. Kommt dazu, dass die Versorgungslage nach dem Wintering in weiten Teilen Südostasiens derzeit eher schlecht ist. Realistischerweise muss man jedoch anfügen, dass sich die globalen wirtschaftlichen Fakten nicht großartig verbessert haben - allerdings auch nicht verschlechtert. Es ist deshalb durchaus möglich, dass die an dieser Stelle schon mehrfach angesprochene Bereinigung der Kautschuksituation kombiniert mit einer effizienteren Preispflege durch die größten Produzenten langsam zu wirken beginnen. © TIMBERFARM
Die Preise für Naturkautschuk verharrten während den letzten Wochen im Großen und Ganzen auf dem gleichen tiefen Niveau. Nach wie vor fehlen, global gesehen, überzeugende Impulse, um einen nachhaltigen Aufwärtstrend auszulösen. Die Überkapazitäten sind immer noch zu markant und das chinesische Wirtschaftswachstum, welches außerdem für das erste Quartal 2015 auf 7 % herunter korrigiert wurde, kann dies derzeit nicht kompensieren. Im Gegenteil. Chinas Importe von Natur- und Synthesekautschuk fielen im Januar 2015 gegenüber Dezember 2014 um mehr als 27 %. Dass sich die Preise einigermaßen halten konnten, ist nicht zuletzt der gegenwärtigen Wintering Phase geschuldet, in der das Angebot und die Verfügbarkeit von Naturkautschuk eher schwächer ist. Analysten und Branchenkenner sind allerdings überzeugt, dass das gegenwärtig tiefe Preisniveau kaum mehr weiter absinken wird. In Anbetracht der derzeit tendenziell schwachen globalen, wirtschaftlichen Entwicklung ist aber nicht auszuschließen, dass der Kautschukpreis vorerst unter Druck bleibt. © TIMBERFARM
Die Kautschukpreise haben sich unter dem Strich während diesem Berichtszeitraum nicht sehr einheitlich bewegt. Der hier jeweils betrachtete und an der Singapore Exchange gehandelte Kautschuktyp RSS 3 hat um 4 %, von 1.75 $ auf 1.82 $ zugelegt. Die RSS 3 Qualität (RSS=Ribbed Smoked Sheets) ist ein sehr populärer, vor allem von Kleinbetrieben in Asien produzierter Kautschukstandard, der in der Reifenindustrie sowie für die Herstellung von Gummischläuchen und Schuhsohlen verwendet wird. Die hier ebenfalls als Referenzwert verfolgte SMR CV Qualität verlor im gleichen Zeitraum 5.6 % und fiel von 1.98 $ auf 1.87 $. Die SMR CV Qualität (SMR=Standard Malaysian Rubber) ist ein an der Malaysian Rubber Exchange gehandelter Latexstandard. SMR CV ist ein gängiges Standardprodukt, welches beispielsweise für die Herstellung von Stoßdämpfern, Förderbändern oder Armaturen eingesetzt wird. Diese kurzfristige kontroverse Entwicklung ist typisch für den nach wie vor angespannten Kautschukmarkt, der in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten beeinflusst wurde. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hatten dabei die Ferien und Feiertage, welche Asien jedes Jahr rund um das Chinesische Neujahr erlebt (19. Februar). Die wirtschaftliche Lähmung, weit über China hinaus, ist ungleich größer, als wir sie in unseren Breitengraden beispielsweise während den Weihnachtsfeiertagen erleben. Kommt dazu, dass mit dem Chinesischen Neujahr vielerorts in Asien die Wintering Monate beginnen. Während dieser Zeit, die je nach Region bis in den April hinein anhält, wird die Kautschukproduktion infolge des schlechten Wetters heruntergefahren. Aufgrund der damit verbundenen Angebotsverknappung wird deshalb tendenziell mit einem Anstieg des Kautschukpreises in den nächsten Wochen gerechnet. Ob sich dieser durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Einerseits drücken die globalen, vor allem auch die gesamteuropäischen wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach wie vor schwer auf den Kautschukmarkt und andererseits bleiben bislang die erwarteten Impulse aus China hinter den Erwartungen zurück. © TIMBERFARM
Seit wir im Rahmen unserer zusammenfassenden Spezialausgabe “News und Highlights 2014” unseren letzten Preisbericht per Woche 50/2014 erstellt haben, sind nur vier Wochen vergangen. Viel hat sich in dieser mit Feiertagen gespickten Jahresübergangszeit nicht getan. In Bezug auf die schon lange erwartete Trendumkehr der Kautschukpreisentwicklung bleibt es deshalb weiterhin spannend. Auch wenn sich der Preis für Naturkautschuk seit Monaten auf einem tiefen Niveau bewegt, gab es in den letzten Wochen verschiedentlich Anzeichen, dass eine Erholung bevorstehen müsste. China ist wirtschaftlich gut unterwegs, auch wenn sich viele noch mehr erhofft hatten. Vor allem aber hat China - als weltweit größter Kautschukverbraucher - zwischenzeitlich seine großen Kautschuklagerbestände abgebaut und tritt dementsprechend zunehmend wieder mehr als Käufer am Markt auf. Die US-Wirtschaft steht ebenfalls gut da. Treibende Kraft ist der wiedererstarkte Privatkonsum. Diesen beiden Schwergewichten stehen andererseits zahlreiche Länder gegenüber, in denen eine Wirtschaftsflaute herrscht. Hinzu kommt das dritte Schwergewicht Europa, das nach wie vor darum kämpft eine stabile und erfolgreiche wirtschaftliche Einheit zu werden. Die politischen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Ungleichheiten führen hier zur Fahrt mit angezogener Handbremse. Unter dem Strich bleibt eine Weltwirtschaft, in der in vielen Bereichen derzeit das Angebot tendenziell noch größer ist als die Nachfrage. Die Geschichte zeigt, dass sich diese Verhältnisse zyklisch abwechseln. Viele Analysten sind sich sicher, dass wir uns am Beginn einer solchen Wechselphase befinden. © TIMBERFARM

2014

Die schon seit langem erwartete Trendumkehr ist trotz der positiven Anzeichen, die in der letzten Berichtsperiode ausgemacht werden konnten, noch nicht eingetreten. Die Stimmung an den Kautschukhandelsplätzen blieb, wie an den meisten anderen Rohstoffbörsen ebenso, “bearisch” und die Verkäufer waren einmal mehr in der Überzahl. Weder die erstarkte US-Wirtschaft, in der sich insbesondere auch der Verkauf von Autos von einem Hoch zum nächsten steigert, noch die robuster als erwartete chinesische Wirtschaft, welche für das 3. Quartal 2014 ein Wachstum von 7,3 % auswies, vermochten die Sorgen, welche aktuelle weltpolitische Themen wie die Ukraine-Krise und der Krieg im Nahen Osten auslösen, verdrängen. Die für eine nachhaltige Erholung der Kautschukpreise notwendigen Korrekturen entwickeln sich nichtsdestotrotz weiter. Vor allem die chinesischen Lagerbestände, welche im vergangenen Jahr stark auf den Preis drückten, werden sukzessive abgebaut und fielen Anfang Dezember erstmals seit langer Zeit unter die 100.000 Tonnen Marke. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass China als weltweit größter Kautschukverbraucher in Kürze wieder verstärkt am Markt als Käufer agieren wird. Für die nächsten Wochen gilt es allerdings auch zu berücksichtigen, dass in vielen asiatischen Produktionsländern Erntehochsaison herrschen wird. © TIMBERFARM
Sollte sich der Trend der letzten beiden Wochen dieser Berichtsperiode fortsetzen, wäre die schon lange erwartete Trendumkehr eingetroffen. Der Berichtszeitraum hatte allerdings erneut mit weiteren Abwärtsbewegungen begonnen. Nicht einmal die einsetzende Winteringphase in Anbaugebieten südlich des Äquators konnte dies zunächst verhindern. Außerdem trugen erneut Unsicherheiten über das tatsächliche Wirtschaftswachstum in China zur Preisinstabilität bei. Dann jedoch ging es Schlag auf Schlag. Der gut orchestrierte Zusammenschluss der größten Kautschuk produzierenden Ländern zu einer aktiven Allianz gegen den Preiszerfall einerseits sowie die offizielle Bestätigung der chinesischen Wachstumsquote von erstaunlich hohen 7,3 % gaben den Hauptausschlag für einen Stimmungswandel an den Rohstoff- und Kautschukbörsenplätzen. Selbstverständlich muss dieser Stimmungswandel nun zeitnah durch handfeste wirtschaftliche Entwicklungen gefestigt werden, damit sich der gegenwärtig positive Trend fortsetzen kann. © TIMBERFARM
Die Protagonisten der weltweiten Kautschukproduktion sind sich einig, die Trendumkehr in der Kautschukpreisentwicklung ist überfällig. Obwohl - wie auch der IRSG, der Kautschukweltverband, in seinem Halbjahresbericht festhält - die Nachfrage nach Naturkautschuk steigt, lassen positive Kautschukpreisentwicklungen weiterhin auf sich warten. Nicht einmal ein Produktionsrückgang von bis zu 2 Prozent in den größten Kautschukproduktionsländern, insbesondere auch beim größten Produzenten Thailand, wo Kleinbauern das Tappen wegen der mageren Marge vernachlässigen, hat bisher zu einer Trendkorrektur geführt. Die Tatsache, dass die meisten traditionellen Wirtschaftsregionen ihre Talsohlen hinter sich gelassen haben und die wichtigsten neuen Märkte in Asien und Lateinamerika, zwar langsamer als erwartet, aber immer noch mit einem jährlichen Wachstum von 5 bis 8 Prozent glänzen, genügt offenbar ebenfalls noch nicht, um die Phase der Marktbereinigung abzuschließen. Die Reduktion von Lagerbeständen in China und in den letzten Wochen auch in Thailand, wo die Regierung vor Jahresfrist im Rahmen einer Marktintervention große Bestände geäufnet hatte und jetzt offenbar die Hälfte davon auf den Markt geworfen hat, stellen derzeit die größten und hoffentlich auch letzten Negativereignisse in den Kautschukmärkten dar. TIMBERFARM sieht keinen Grund an den positiven mittelfristigen Trend- und Preisprognosen des IRSG zu zweifeln, zumal diese auch von zahlreichen anderen internationalen Institutionen (z.B. IMF = International Monetary Fund) bestätigt und gestützt werden. © TIMBERFARM
Ein kurzer Schub nach oben Ende Juni, der in den darauffolgenden Wochen wieder verpuffte, ist die Bilanz dieser Berichtsperiode. An den Kautschukmärkten war es in den letzten Wochen sehr ruhig. Erst in der ersten Augustwoche nahm das Handelsvolumen wieder etwas zu. Die geringen Aktivitäten lassen darauf schließen, dass in vielen Verbraucherländern nach wie vor Bestände abgebaut werden. Besonders ausgeprägt ist dieser Vorgang in China, welches weltweit über die größten Lagerbestände verfügt und seine Importe drosselt, um diese abzubauen. In den ersten sechs Monaten 2014 nahmen die chinesischen Importe “nur” um 8,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, während ein Jahr zuvor die Zunahme noch über 26 % betrug. Solange diese Lagerbestandsbereinigungen weltweit, vor allem aber beim größten Verbraucher China, nicht abgeschlossen sind, wird der Kautschukpreis keinen nachhaltigen Schub nach oben erhalten. Dass dieser jedoch mittelfristig zu erwarten ist, zeigen die neuesten Zahlen des IRSG, des Kautschukweltverbandes. Der Naturkautschukverbrauch legt weiter zu, sogar mehr als erwartet. Der IRSG rechnet jetzt mit einer Zunahme von 3,9 % bis 4,1 % für das laufende Jahr. © TIMBERFARM

Der relativ tiefe Kautschukpreis wurde von den Summit- und Sitzungsteilnehmern immer wieder thematisiert. Nach Ansicht vieler Experten wird sich dieser zwar früher oder später erholen, leidet aber derzeit immer noch daran, dass in den Jahren vor dem wirtschaftlichen Abschwung in zahlreichen Ländern Südostasiens viel - bedeutend mehr als bisher angenommen - neu gepflanzt wurde. Viele dieser Kautschukbäume kommen jetzt in die Erntephase, in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Talsohlen vielerorts immerhin durchschritten sind, der Aufschwung jedoch erst zögerlich in Gang kommt.

© TIMBERFARM

Drei Faktoren, die sich gegenseitig neutralisierten und in Schach hielten, haben die Kautschukmärkte in den letzten Wochen geprägt. Im Resultat verharrte der Kautschukpreis auf relativ tiefem Niveau mit einer kleinen Tendenz nach oben. Einerseits ist die Winteringphase in Südostasien vorbei und die Produktion hat wieder angezogen. Andererseits ist die chinesische Kautschuknachfrage nach wie vor schwach, obwohl die chinesische Regierung letzte Woche erneut bestätigte, dass sie ein Wirtschaftswachstum von 7 % bis 7.5 % als realistisch einstuft und alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Erreichung dieser Zielsetzung ergriffen sind oder ergriffen werden. Drittens reagierten die Märkte nervös auf die politischen Unruhen in Thailand und die Spannungen zwischen China und Vietnam, welche durch die provokative Verlagerung einer chinesischen Ölplattform vor die vietnamesische Küste ausgelöst wurden. Vor dieser Kulisse verpufften sogar die positiven Signale aus den USA und Europa, wo die wirtschaftliche Entwicklung langsam wieder in Fahrt kommt. © TIMBERFARM
Die aktuelle Entwicklung des Kautschukpreises ist verhalten und von Unsicherheiten geprägt. Nebst der schwachen Nachfrage aus China, drückten vor allem Gerüchte aus Thailand die Preise im Berichtszeitraum nach unten. Offenbar wollte die thailändische Regierung die Kautschukbestände verkaufen (rund 200’000 Tonnen), welche sie im letzten Jahr im Rahmen einer Marktintervention gekauft hatte. Thailand’s Regierungsstellen dementierten dies zwar umgehend, aber der Schaden war bereits angerichtet. Auch die zu Ende neigende Wintering-Phase in etlichen Produktionsländern, resp. das jetzt wieder anziehende Angebot drückte auf den Kautschukpreis. Der globale Auto- und Reifenabsatz des ersten Quartals 2014 ist andererseits tendenziell positiv. Dieser Trend konnte sich bisher jedoch nicht auf die Kautschukpreise auswirken. Es ist somit nahe liegend, dass nebst technischen Bewegungen, nach wie vor eine Marktbereinigung stattfindet. Dass die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass eine Preistrendumkehr unmittelbar bevorsteht, bestätigte kürzlich auch die IRSG Verbandsvorsitzende, Mrs. Sheela Thomas, welche auch dem Indian Rubber Board vorsteht. Sie meinte: “There are concerns in all segments of rubber sector on the current situation of low prices for rubber. But history teaches us that growth of rubber industry has always been cyclical and a recovery is imminent." (Die gegenwärtig tiefen Preise beschäftigen alle Bereiche der Kautschukindustrie. Aber die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass die Kautschukentwicklung zyklisch verläuft - eine Erholung steht unmittelbar bevor.) © TIMBERFARM
Der Blick auf die Entwicklung des Kautschukpreises über die letzten fünf, sechs Wochen ist ermutigend. Ist es schon der Anfang einer nachhaltigen Erholung oder sogar eine Trendwende? Dafür ist es noch zu früh. Tatsache ist jedoch, dass der Kautschukpreis während der Berichtsperiode Woche für Woche ein wenig nach oben geklettert ist. Und dies obwohl ein überaus wichtiger Faktor eher dagegen gesprochen hätte - China. Zwei konkrete Fakten, welche normalerweise die Märkte beunruhigen, lassen sich nicht ignorieren. Der größte Verbraucher von Naturkautschuk ist wirtschaftlich deutlich schwächer unterwegs als erwartet und das schlug in den letzten Wochen auch auf die chinesischen Kautschukimporte durch. Und dass das Land fast 350’000 Tonnen Naturkautschuk an Lager hat, könnte durchaus so interpretiert werden, dass die Zurückhaltung im Import vorläufig bestehen bleibt. Dass die Preistendenz trotzdem auf leichte Erholung steht, ist deshalb eine gute Nachricht. Daran ändert vorerst auch nichts, dass in einigen Ländern Südostasiens derzeit immer noch das Wintering andauert und das Angebot entsprechend kleiner ausfällt. Dennoch gilt es jetzt abzuwarten, wie sich die Marktsituation im April und Mai, wenn die Produktion überall wieder hochgefahren ist, entwickelt. © TIMBERFARM
Die Kautschuk Preisentwicklung während der Berichtsperiode kann als Seitwärtsentwicklung mit einem leicht negativen Touch charakterisiert werden. Sie wurde vor allem durch die folgenden Faktoren geprägt: China hat einerseits immer noch große eigene Lagerbestände und agiert deshalb zurückhaltend an den internationalen Märkten. Diese Zurückhaltung wurde durch die einwöchigen Feierlichkeiten rund um das chinesische Neujahr zusätzlich verstärkt (Chinesisches Neujahr: 31. Januar 2014 - Beginn des Jahres des Pferdes). Weiterhin haben auch die bereits bekannten chinesischen Wirtschaftsdaten an den Märkten keine Begeisterung ausgelöst. China schließt das Jahr 2013 mit einem Wachstum von 7.7 % ab und erwartet für das Jahr 2014 ein Wachstum von 7.5 %. Die globalen Märkte hatten mehr erwartet und reagierten dementsprechend frustriert. Nüchtern betrachtet, gibt es dafür allerdings kaum Gründe. Dass das Wirtschaftswachstum Chinas etwas moderater verläuft als sich viele erhoffen, ist in Anbetracht der Tatsache, dass China als Exportland auf starke Wirtschaftspartner angewiesen ist, nachvollziehbar. Oder anders gesagt, China allein kann es nicht richten. © TIMBERFARM
Über die Jahresendwochen bewegten sich die Kautschukmärkte vorwiegend seitwärts und wegen der zahlreichen Feiertage auch eher träge. Auch die Handelsvolumen waren in den letzten Wochen deutlich geringer. Nichtsdestotrotz waren verschiedene Faktoren am Seilziehen der Märkte beteiligt. Nicht für Euphorie sorgten die anhaltenden Unruhen in Thailand - einem der weltweit größten Kautschukproduzenten - auch wenn die Kautschukproduktion im Lande selber bisher nicht betroffen ist, vor allem wohl deshalb, weil sie weit weg von der Hauptstadt stattfindet. Im weiteren scheiden sich weiterhin die Geister, ob der wirtschaftlichen Prosperität von China ein Ende bevorsteht. Immerhin hat das Land von Januar bis November 2013 im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode um 8.2 % zugelegt und insgesamt 2.13 Mio. Tonnen Naturkautschuk importiert. Obwohl auch andere Daten aus China durchaus auf eine anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung hinweisen, bereiten die großen Lagerbestände des Landes Kopfzerbrechen und der eine oder andere Analyst zweifelt wieder daran, ob das Wachstum wirklich ausreicht, um diese Bestände abzubauen. So geht es hin und her - und es können sich kaum deutliche Trends entwickeln. © TIMBERFARM

2013

Viele Seitwärtsbewegungen prägen den Berichtszeitraum. Es fehlen entscheidende Inputs, so dass sich die Märkte kaum bewegten. Einzig das währungspolitsche Seilziehen und die historische Zinssenkung des Leitzinses durch die EZB auf 0.25 % sorgten - allerdings mehrheitlich abseits der Kautschukhandelsplätze - für Bewegung. Kein Wunder, der EURO verlor fast 3 % an Wert. Die zwei Welten, welche sich derzeit in der Waage halten, sind auf der einen Seite die USA, deren Konsum stark angezogen hat, die Eurozone, deren Sparpolitik zwar erst an wenigen, dafür aber an wichtigen Orten zu Erfolgen führt und Japan, dessen Steuer- und Geldmarktpolitik das Land wieder auf den Wachstumspfad zurückführte. Auf der anderen Seite die asiatische Region, allen voran China, gefolgt von Indien. Dort ist das Wachstum in den letzten Monaten rückläufig. Was unter dem Strich bleibt, löst im Augenblick keine Impulse aus, weder nach oben, aber auch nicht nach unten, so dass die zu beobachtende Seitwärtsbewegung resultiert. © TIMBERFARM
Auch wenn ein klarer Aufwärtstrend derzeit noch von etlichen globalwirtschaftlichen Zwischenfällen und Unsicherheiten zurückgebunden wird - zum Schluss der Berichtsperiode durch den drohenden Finanzkollaps der USA - deuten zahlreiche Frühindikatoren auf eine wirtschaftliche Trendwende hin. Einerseits kommt China als Konjunkturlokomotive wieder in Fahrt, andererseits kurbeln die Amerikaner ihre ohnehin bereits anziehende Wirtschaft weiterhin mit sehr günstigem Geld an und auch in der Eurozone mehren sich gute Wirtschaftsnachrichten. Der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten in der Containerschifffahrt misst und als zuverlässiger Konjunkturindikator gilt, untermauert die positiven Einschätzungen zahlreicher Analysten. In den vergangenen Monaten sind die Charterraten kräftig gestiegen, was ein Zeichen daür ist, dass der Welthandel stärker in Gang kommt. Der Index bewegt sich mittlerweile auf dem höchsten Niveau seit Ende 2011. © TIMBERFARM
Chinas wirtschaftliche Entwicklung ist für viele Branchen ein ausschlaggebender Faktor. So auch für die Auto- und Reifenindustrie und damit ebenfalls für die gesamte Kautschukindustrie. Als China vor wenigen Monaten seine Wachstumsprognosen für 2013 auf 7 % herunterdrosselte, tendierten die Kautschukmärkte schnell und deutlich nach unten. Nicht ganz so dynamisch, aber trotzdem klar nach oben, reagierten die Kautschukbörsenplätze in den letzten Wochen auf die in China publizierten realen Wirtschaftsdaten - die sind nämlich samt und sonders besser als erwartet. Auch die neuesten Entwicklungen der nordamerikanischen Wirtschaft tragen zum stabileren, ja schon fast bulligen Marktgeschehen dieser Tage bei. Bei den Preissprüngen von bis zu 6 % muss allerdings auch mitberücksichtigt werden, dass derzeit in vielen asiatischen Regionen ausgiebige Regenfälle die Produktion auf mäßigem Niveau halten. © TIMBERFARM
Der halbjährlich erscheinende, makroökonomische Ausblick für die Kautschukindustrie - basierend auf dem aktuellen IMF-Wirtschaftsausblick - ist unverändert positiv und geht für den Zeitraum von 2014 bis 2022 von einem jährlichen Nachfragewachstum von 4.5 % aus. Das sind 0.8 % mehr als der langjährige Durchschnitt von 3.7 %. Für das laufende Jahr 2013 prognostiziert der Bericht ein Wachstum von 3.9 %. Der positive Nachfragetrend wird sich erst ab 2014 substanziell und nachhaltig auf den Kautschukpreis auswirken. Solange wird es mindestens noch dauern, bis die Nachwirkungen aus der globalen Banken- und Schuldenkrise ausgestanden sind. Die abgelaufene Berichtsperiode, welche durch sehr ruhige physische Märkte geprägt ist, bestätigt diese Einschätzung. Auch die Signale von FED und EZB, welche weiterhin auf eine lockere Geldpolitik setzen, vermochten nur kleine Akzente zu setzen, da gleichzeitig China seine Wachstumsprognosen für 2013 auf 7 % senkte. © TIMBERFARM
Die derzeit wichtigsten Faktoren, welche das Marktgeschehen in diesen Wochen beeinflussen, sind einerseits das wieder steigende Angebot nach Beendigung des Winterings und andererseits die nach wie vor eher träge Kautschuknachfrage an den internationalen Märkten. Die zahlreichen, sich auf konjunkturellem Vormarsch befindlichen Wirtschaftsräume in Asien, Lateinamerika und Teilen von Afrika werden von den immer noch harzig laufenden wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa und den USA zurückgebunden. Auch wenn die Signalgeber in Europa und den USA, z. B. EZB Präsident Draghi oder Federal Reserve Board Präsident Bernanke, noch keineswegs euphorisch klingen, lassen ihre Aussagen darauf schließen, dass das Gröbste überstanden ist und wir uns in Richtung stabiler und moderat wachsender Verhältnisse bewegen. © TIMBERFARM
In einer vor Kurzem veröffentlichten Einschätzung der Rohstoffexperten der Commerzbank wird sich der Kautschukpreis mittelfristig positiv entwickeln, da es sich um ein konjunkturabhängiges Wirtschaftsgut handle. Ähnlich wie viele Fachleute am WRS 2013 vertreten auch die Commerzbank Experten die Meinung, dass das Wachstum in den Schwellenländern langfristig stark bleiben wird, die Konjunktur in den USA und Europa anziehen und daraus insgesamt ein höheres globales Wachstum resultieren wird. Im Augenblick weist die relativ stabile Bandbreite des Kautschukpreises auf mittelprächtigem Niveau, die jetzt bereits mehrere Monate anhält, darauf hin, dass die positiven Entwicklungen in Asien und Lateinamerika die derzeitigen wirtschaftlichen Stotterleistungen der USA und der EU ausgleichen. Der abgelaufene Berichtszeitraum wird außerdem geprägt durch eine gewisse Handelsträgheit infolge der Kumulierung zahlreicher Feiertage in vielen Kautschuk produzierenden und verarbeitenden Ländern. © TIMBERFARM
Ausgeprägte Seitwärtsbewegungen und ein leicht negativer Allgemeintrend prägten den abgelaufenen Berichtszeitraum. Man kann es kaum anders sagen, aber es stehen global gesehen derzeit zu viele Dinge im Argen, als dass sich die Rohstoffmärkte und insbesondere auch der Kautschukmarkt “bullig” bewegen könnten. Die wichtigsten globalen Ereignisse, welche in den vergangenen Wochen auf den Märkten lasteten, waren einerseits die Ankündigung der US Notenbank, die wirtschaftlichen Förderprogramme nicht weiterführen zu wollen und andererseits die “Zypernkrise”, welche dazu führte, dass vielerorts die Gesundung des europäischen Wirtschaftsraumes erneut in Frage gestellt wird. Marktspekulanten nehmen in solchen Situationen ihre Gewinne mit, was zu entsprechend negativen Kurskorrekturen führt. Auch nicht geholfen haben Gerüchte über größere Lagerverkäufe aus China. Preisstabilisierend wirkte auf der anderen Seite die physische Angebots- und Nachfragesituation. Durch das eingesetzte Wintering in vielen asiatischen Produktionsländern, verknappte sich das Angebot teilweise massiv. Im Augenblick gilt es abzuwarten, wie die globalen Unternehmen, insbesondere die Auto- und Reifenindustrie effektiv ins Jahr 2013 gestartet sind, resp. wie ihre Quartalsabschlüsse aussehen. © TIMBERFARM
Mit einer fulminanten Preisentwicklung zum Jahresauftakt - zwischen 5 - 7 %, teilweise sogar 10 % - und einer tendenziellen Festigung der Preise auf dem höheren Niveau, starteten die Kautschukmärkte positiv ins neue Jahr. Die Hintergründe für die aktuelle Lage liegen einerseits in den besser als erwarteten Verbraucher- und Wirtschaftsdaten aus China. Die chinesische Volkswirtschaft hat im 4. Quartal 2012 um 7.9 % zugelegt. Im Januar 2013 stieg Chinas Import von Naturkautschuk um 39.5 % auf 265’000 Tonnen. Dazu gesellten sich optimistischere Töne aus dem US-Markt und die Entspannungstendenz der europäischen Schuldenkrise. Inwieweit in den nächsten Wochen die Fest- und Ferientage rund um das Chinesische Neujahrsfest, welche in der Regel zu einem kurzfristigen Nachfragerückgang führen, die aktuelle Preisentwicklung beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Denn auf der anderen Seite wird die anlaufende Wintering Saison, in welcher die Kautschukproduktion in einigen Produktionsländern stark zurückgefahren werden muss, ebenfalls auf die Märkte wirken. © TIMBERFARM
Nochmals Erfreuliches zum Jahresende was die Entwicklung des Kautschukpreises betrifft. Die Kurse der verschiedenen Kautschukqualitäten haben auf allen Handelsplätzen zugelegt, teilweise sogar kräftig. Die positiven Stimmungen, welche zu dieser Entwicklung führten, sind auf gestiegene Konjunkturentwicklungen in den USA und in China zurückzuführen. Auch wenn die Handelsaktivitäten über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage vielerorts bescheiden waren, hatten insbesondere die positiven Produktionsdaten aus China eine nachhaltige Wirkung. Dass die Kautschukproduktion in Thailand und anderen südostasiatischen Produktionsgebieten aufgrund des schlechten Wetters derzeit nicht besonders gut ist und das Angebot tiefer als gewöhnlich ausfällt, trägt allerdings auch zur aktuellen Preisentwicklung bei. Unter dem Strich ist derzeit jedoch vorsichtiger Optimismus gerechtfertigt. Ein sich weiter stabilisierender europäischer und amerikanischer Wirtschaftsraum und eine wieder stärker wachsende Konjunktur in China und ganz Asien, dürften die entscheidenden Faktoren für eine weitere positive Preisentwicklung im Jahre 2013 sein. © TIMBERFARM

2012

Der marktwirtschaftliche Grundtenor für den abgelaufenen Berichtszeitraum kann mit “Angebot = befriedigend bis gut” und “Nachfrage = verhalten” beschrieben werden. Verschiedene zusätzliche Faktoren haben diesen Grundtenor jedoch beeinflusst und zu einer Auf- und Abbewegung geführt. Zuerst wirkten ab Mitte Oktober die Marktinterventionen der Regierungen von Thailand, Indonesien und Malaysia und führten teilweise zu Preisanstiegen von bis zu 25 %. Dann folgte eine Phase, in der viele Anleger von Gewinnmitnahmen profitierten, was die Preise wieder ins Rutschen brachte. Schlussendlich prognostizierte die HSBC in ihrem PMI-Index (Hersteller-Index), dass die schwächste Phase in China überstanden sei, was dem Markt wiederum Auftrieb verlieh. Infolge der schwachen und bescheidenen wirtschaftlichen Entwicklungen und Aussichten in zahlreichen Ländern Europas sowie den USA richtet sich der Blick stark nach Asien, insbesondere nach China. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung von China schon euphorischer gefeiert wurde, weisen verschiedene Faktoren nach wie vor auf ein starkes Wachstum hin. So beispielsweise die Tatsache, dass China in den ersten 9 Monaten des Jahres 9.6 % mehr Naturkautschuk importierte als im gleichen Vorjahreszeitraum. © TIMBERFARM
Der verhaltene positive Ausblick, welchen wir in der letzten Kautschuk News Ausgabe vorgeschlagen haben, bewährt sich. Im Berichtszeitraum sind die wichtigsten Kautschukpreise leicht bis teilweise deutlich nach oben gestiegen. Man darf jedoch die Ursachen nicht aus den Augen verlieren. Die Schlechtwetterperiode in vielen Teilen Südostasiens führt in diesen Monaten zu einer Verknappung des Angebots und damit zu höheren Preisen. Vorsicht ist jedoch angebracht, denn in den kommenden Wochen und Monaten wird sich die Wettersituation erfahrungsgemäß wieder verbessern. Als weiterer Preistreiber fungierten in den letzten Wochen die unerwartet guten Produktionszahlen aus den USA. Sollte sich dieser US Trend allerdings fortsetzen, könnte die aktuelle Aufwärtsbewegung weiter davon profitieren. © TIMBERFARM
Der Berichtszeitraum ist geprägt durch den Ramadan, die Ferienzeit und die nach wie vor herrschende Angst vor einer weltweiten Rezession bedingt durch die Schuldenkrise in Europa. Die mehrheitlich guten Zahlen aus dem asiatischen Raum sowie Marktinterventionen der Regierungen von Thailand, Malaysia und Indonesien vermochten wohl die Märkte phasenweise zu beruhigen, für eine nachhaltige Trendumkehr reichte es allerdings bislang nicht. Die einschlägigen Prognosen und Marktkommentare für die kommenden Monate bleiben verhalten bis positiv. © TIMBERFARM
Die Entwicklungen im Berichtszeitraum beginnen mit guten und eindrücklichen Zahlen aus China, welches im Mai 50 % mehr Naturkautschuk importierte als im Vorjahresmonat und bereinigt für die ersten 5 Monate des laufenden Kalenderjahres ein Plus von 7.4 % gegenüber der gleichen Vorjahresperiode aufweist. Eine, wohl erst bescheidene, dafür umso wichtigere Trendumkehr an den Kautschukmärkten war denn auch die Folge dieser Nachricht. Der Wahlausgang in Griechenland und die damit einhergehende Erleichterung vielerorts in Europa trugen ebenfalls zu dieser Entspannung bei. Nichtsdestotrotz bleibt die Lage angespannt. Die großen finanzpolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa und in den USA deuten weiterhin daraufhin, dass sich die Märkte in naher Zukunft tendenziell zurückhaltend und eher ruhig entwickeln werden. © TIMBERFARM
Wie auf der Grafik unschwer zu erkennen ist, verlief die Kautschukpreisentwicklung im Berichtszeitraum in zwei Phasen. In den ersten Wochen ruhig und seitwärts infolge der immer noch fortwährenden Winteringphase in vielen Produktionsgebieten sowie reduzierten Aktivitäten aufgrund einiger Börsenfeiertage. Bereits sichtbar, jedoch die Auswirkungen eines schwächer werdenen Euros und den sich abzeichnenden neuen wirtschaftlichen Turbulenzen in der gesamten Eurozone nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland. Der dadurch begründete Nachfragerückgang kollidierte in den folgenden Wochen mit einer langsam steigenden Angebotszunahme, da in den Anbaugebieten nördlich des Äquators die Winteringphase zu Ende ging. Bei Händlern eher umstritten, dafür aber mit einer festigenden Wirkung auf die Preisentwicklung, war die Ankündigung der thailändischen Regierung in der Woche 22 durch den Kauf von 10’000 t auf dem Markt zu intervenieren. © TIMBERFARM

Gute und stabile Kautschukpreise freuen uns als Kautschukproduzenten. Wie Dr. Rainer Landwehr, Präsident des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK)  kürzlich jedoch ebenfalls feststellte, stellt die positive Preisentwicklung für Kautschuk die Reifen- und Gummibranche vor große Herausforderungen.

“Ob Natur- oder Synthesekautschuk, das Preiskarussell dreht sich seit Jahresbeginn wieder mit zunehmender Geschwindigkeit. Schon 2011 war Naturkautschuk um gut ein Drittel teurer geworden. Die synthetischen Kautschuke kosteten zeitweilig zwischen 26 und 90 Prozent mehr als im Durchschnitt des Vorjahres. Nach kurzer Erholungsphase steigt das Preisniveau jedoch jetzt wieder spürbar an. Die neuerlichen Preissteigerungen setzten sich im März auf breiter Front fort. Während Naturkautschuk der Type TSR10 15 % höher notiert, legte TSR CV an der Malaysian Rubber Exchange in Kuala Lumpur um rund 20 % gegenüber dem Jahresanfang zu. Ähnlich angespannt ist die Situation bei Synthesekautschuk. Styrol-Butadien-Kautschuk, der Basiskautschuk für Reifen, ist 15 % teurer als zum Jahresbeginn“, so Landwehr weiter, der gleichzeitig Vorsitzender der Geschäftsführung der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH (Hanau) ist.

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Der Kautschukpreis hat sich im Berichtszeitraum vorwiegend seitswärts bewegt. Die durchzogenen Konkjunkturnachrichten aus den USA, die tendenziell eher zurückhaltenden wirtschaftlichen Aussichten in China sowie die wieder aufflammenden Fragen nach nachhaltigen Lösungen für die EU Schuldenkrise wirken derzeit preishemmend. Stabilisierend wirkt andererseits die Tatsache, dass in verschiedenen Anbauregionen die erntearmen Wintering Monate begonnen haben. In China stiegen die Importe in den ersten drei Monaten dieses Jahres um insgesamt 2.5 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. In Anbetracht der gleichzeitig veröffentlichten Zahlen und Prognosen der chinesischen Autoindustrie, welche durchwegs positiv bis euphorisch klingen, enttäuscht diese geringe Zunahme an Kautschukimport. Es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Wochen ein Nachholbedarf bemerkbar machen wird, welche die gegenwärtige Seitwärtsentwicklung wieder nach oben drückt (siehe auch Kautschukpreisprognosen von Continental). © TIMBERFARM
Der Kautschukpreis der Richtqualität RSS3 an der SGX (Rohstoff- und Terminbörse Singapur) hat im Berichtszeitraum um 20.71 % zugelegt und ist von *USC 334.10 auf USC 403.30 gestiegen. Die Preisentwicklung während den ersten zehn Wochen des Jahres 2012 wurde im Wesentlichen durch vier Faktoren geprägt. 1. In verschiedenen Produktionsregionen setzte die Wintering Phase ein, in welcher aufgrund der Wettersituation weniger Kautschuk geerntet wird. Dies führt jeweils zu einem Angebotsrückgang, der sich preissteigernd auswirkt. 2. Nach einem kurzfristigen Nachfragerückgang in China rund um die Feiertage des “Chinese New Year” zog die Nachfrage kontinuierlich an und stabilisierte den Kautschukpreis auf dem gegenwärtigen Niveau. 3. Die globalen wirtschaftlichen Aussichten, insbesondere auch getrübt durch die Schuldenkrise in Griechenland, lasteten in den ersten Jahreswochen recht schwer auf dem Kautschukpreis. 4. Nach Interventionen am Kautschukmarkt durch die Thailändische und Malaysische Regierung stieg der Kautschukpreis Anfang Februar um etliche Punkte. Für die darauffolgende positive Preisentwicklung auf einem Niveau von über 400 USC sind vor allem die Aufhellungen am globalen Wirtschaftshorizont sowie die vorläufige Lösung der Griechenlandkrise verantwortlich. *USC = US Dollar Cents © TIMBERFARM