VOM WEISSEN SAFT ZUM SCHWARZEN GUMMI
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KAUTSCHUK HÄLT DIE WELT IN BEWEGUNG
70 % der weltweiten Kautschukproduktion wird in der Reifen - und Autoindustrie verwendet.
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40.000 PRODUKTE
30 % der weltweiten Kautschukproduktion dient der Herstellung von über 40.000
Produkten des industriellen persönlichen Bedarfs.
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BEEINDRUCKENDE HOLZNUTZUNG
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Während ihrer Umtriebszeit absorbieren Kautschukplantagen CO2 und wirken so dem Klima-
wandel entgegen. Nach der Fällung wird ihr wertvolles und vielseitig verwendbares Holz der
Holzindustrie zugeführt und zu zahlreichen Bau- und Holzprodukten verarbeitet.

Update: Erntebetrieb

Der Erntebetrieb ist auf der Zielgeraden und dauert für das auslaufende Erntejahr 2021 noch bis Ende Januar. Danach werden die Kautschukplantagen während der Monate Februar und März – den heißesten und trockensten Monaten der Trockenzeit – geschont.

Tapping, das Ritzen der Kautschukbaumrinde zwecks Freisetzen des flüssigen Naturkautschuks (Latex), ist eine anspruchsvolle Aufgabe und kann nur sorgfältig arbeitenden und gut ausgebildeten Arbeitern anvertraut werden. Für die Wirtschaftlichkeit ist neben der eigentlichen Arbeit am Baum auch entscheidend, wie oft (Frequenz) und mit welchen Hilfsmitteln (Stimulatoren) getappt wird.

Bezüglich der Tapping-Frequenz, auch Tapping-Regime genannt, unterscheidet man zwischen hoher und niedriger Frequenz. Bei hohen Tapping-Frequenzen – beispielsweise D1 oder D2 – wird täglich oder jeden zweiten Tag geritzt (D steht für Day = Tag). Die niedrigeren Tapping-Frequenzen beginnen bei D3 und D4 – hier wird an jedem dritten oder vierten Tag getappt – und enden bei D6 oder D7, wo nur noch an jedem sechsten oder siebten Tag geritzt wird.

Da es nicht so ist, dass beim täglichen Ernten (D1) ein siebenmal so hohes Kautschukvolumen geerntet wird wie beim D7-Regime – der Unterschied beträgt nur rund 30 Prozent – spielen wirtschaftliche Überlegungen eine große Rolle, wenn es um das Festlegen des Tapping-Regimes geht. Denn ein D1-Regime verursacht wesentlich höhere Kosten als eine D7-Frequenz.

Neben den Kosten-Nutzen-Fragen, die noch drängender sind, wenn die Kautschukpreise tief notieren, ist auch die Verfügbarkeit von geschulten Tappern, die in der heutigen Zeit immer schwieriger sicherzustellen ist, eine Herausforderung, die Einfluss auf das gewählte Tapping-Regime haben kann. Bei hohen Tapping-Frequenzen wird deutlich mehr Personal benötigt.

Eine weitere Überlegung ist bei TIMBERFARM- und PANARUBBER-Kautschukplantagen eher sekundär, weil die fünfzehnjährige Umtriebszeit im Vergleich zu den Umtriebszeiten anderer Kautschukplantagen, insbesondere in Asien oder Afrika, relativ kurz ist. Bei Kautschukplantagen, die während zwanzig oder noch mehr Jahren geritzt werden sollen, geht es auch um den sparsamen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Baumrinde, die bei jedem Tapping-Vorgang etwas weniger wird. Mit anderen Worten: Je höher die Tapping-Frequenz, desto schneller ist die Rinde aufgebraucht.

Mit tieferen Tapping-Frequenzen, in der Regel mit D3 oder D4, kann diesen Dilemmas (Kosten, Personal, Baumrinde) teilweise begegnet werden. Um das geringere Erntevolumen bei tieferen Tapping-Frequenzen bestmöglich wettzumachen, werden Stimulatoren eingesetzt.

Stimulatoren sind chemische Wirkstoffe wie Ethephon (organische Chlorverbindung mit Phosphonsäure), welche ein- bis zweimal wöchentlich auf die Ritzkanäle aufgetragen werden und dort durch die Freisetzung von Ethylen das Regenerieren des Latex beschleunigen und den Ausfluss verlängern. Damit kann der Kautschukertrag bei einem D3- oder sogar D4-Regime fast auf das Niveau einer D1-Frequenz gesteigert werden.

Stimulatoren werden in der Regel nicht in den ersten Erntejahren verabreicht, sind aber sinnvoll, wenn die Kautschukbäume zehn Jahre und älter sind.

18.01.2022 - Zum Marktreport Q1-1-2022