VOM WEISSEN SAFT ZUM SCHWARZEN GUMMI
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KAUTSCHUK HÄLT DIE WELT IN BEWEGUNG
70 % der weltweiten Kautschukproduktion wird in der Reifen - und Autoindustrie verwendet.
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40.000 PRODUKTE
30 % der weltweiten Kautschukproduktion dient der Herstellung von über 40.000
Produkten des industriellen persönlichen Bedarfs.
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BEEINDRUCKENDE HOLZNUTZUNG
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Während ihrer Umtriebszeit absorbieren Kautschukplantagen CO2 und wirken so dem Klima-
wandel entgegen. Nach der Fällung wird ihr wertvolles und vielseitig verwendbares Holz der
Holzindustrie zugeführt und zu zahlreichen Bau- und Holzprodukten verarbeitet.

Deutsche Kautschukindustrie gut aufgestellt, aber …

Unter dem Patronat des wdk – des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie – diskutierten die Branchenvertreter Ende November in Frankfurt a. M. die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die deutsche Kautschukindustrie gegenwärtig konfrontiert wird. Das zutreffend gewählte Motto „Vorhalten – Mithalten – Nachhalten” spannte einen interessanten Bogen von der konjunkturellen Lage über die Rohstoffmärkte, die nachhaltige Produktion bis hin zur Industriepolitik.

Der wdk-Vize-Präsident, Jürgen John, stellte der Branche zwar ein gutes Zeugnis aus, indem er festhielt, dass die deutsche Kautschukindustrie strategisch gut und weit vorausschauend aufgestellt sei, gleichzeitig aber mahnte er, dass diese unternehmerischen Vorteile nur dann zum Tragen kommen können, wenn verlässliche politische Rahmenbedingungen inklusive klarer Bekenntnisse und Signale für einen starken deutschen Wirtschaftsstandort die Kautschukindustrie begleiten.

Das Referat „Industriepolitik im digitalen Zeitalter” von Prof. Dr. Dalia Marin von der TUM (Technische Universität München) verdeutlichte die Forderungen des wdk-Vize-Präsidenten. Marin zeigte anhand verschiedener Beispiele auf, wie wirkungsvoll und nachhaltig sich politische Rahmenbedingungen, die durchaus auch vorübergehende Subventionen mit einschließen sollten, auf die langfristige Entwicklung eines Industriesektors wie z. B. die deutsche Automobil- resp. Kautschukindustrie auswirken. Die aus ihrer Sicht jetzt notwendigen politischen Maßnahmen könnten sogar zu einer regelrechten Renaissance deutscher Kernindustrien führen. Die durch den verstärkten Robotereinsatz verloren gegangenen Arbeitsplätze würden bei einem starken technologisch geprägten Wirtschafts- und Industriestandort zur Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland führen.

Unmissverständliche Einschätzungen gab es auch von George Sulkowski (Chief Economist von der englischen Firma Corrie MacColl, welche zu Halcyon Agri, dem weltweit führenden Produzenten und Händler von Naturkautschuk gehört). „Die Kautschukpreise müssen steigen, um die kontinuierliche Produktion dieses Schlüsselrohstoffes zu gewährleisten”, stellte er fest. Von Nachhaltigkeit zu reden und gleichzeitig Rohstoffpreise auf ein Niveau zu drücken, welches weder sozial- noch umweltverträglich sei, führe auch wirtschaftlich in eine Sackgasse. Kautschuk produzierende Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika sind zwingend auf faire Preise angewiesen, wenn sie ihre Produktionsaufgaben auch in Zukunft erfüllen sollen.

Die Ausführungen von wdk-Chefvolkswirt Michael Berthel beleuchteten die Auswirkungen der Krise in der Automobilindustrie auf die Kautschukindustrie. Für das Jahr 2019 muss mit einem Branchenminus von rund 5 Prozent gerechnet werden und für 2020 dürfte es bestenfalls zu einer Stagnation kommen.

Auch vor diesem Hintergrund scheint Abwarten und Hoffen kein gutes Rezept. Wo ein (auch politischer) Wille ist, ist auch ein Weg. Die Notwendigkeit, Deutschlands größte und wichtigste Industrien und ihre Zulieferer statt mit (oft) unsinnigen Maßnahmen und Richtlinien zu gängeln, vorausschauend zu fördern
und in die Zukunft zu begleiten, ist offensichtlich.


20.01.2020 - Zum Newsletter 1Q-1-2020